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Investitionen stärken Industriestandort Österreich

Sicherheit und Planbarkeit für ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen

Auf Einladung der Bundessparte Industrie diskutierte ÖGB-Präsident Erich Foglar gestern mit SpitzenvertreterInnen der Bundessparte Industrie über die nachhaltige Absicherung beziehungsweise Weiterentwicklung des Industriestandorts Österreich. Dazu braucht es vor allem öffentliche sowie private Investitionen und deren Förderung, bekräftige Foglar.

Neue Projekte durch Innovationen, die große Potentiale des digitalen Wandels nutzen, und zukunftsweisende Technologien zur Energie- und Ressourceneffizienz werden den Industriestandort nachhaltig beeinflussen und über zukünftige Wettbewerbsfähigkeit mit entscheiden. Investitionen der Betriebe sichern Arbeitsplätze und schaffen auch neue. Daher sei es wichtig, die heimische Industrie am Standort Österreich bestmöglich abzusichern. „Wir stehen für nachhaltige Investitionen in Wachstum und Beschäftigung sowie für fairen Wettbewerb“, sagte der ÖGB-Chef.

Übereinstimmung mit Vertretern der Sparte Industrie herrschte auch beim Thema Vertrauen und Planbarkeit von Investitionen. In Anspielung auf die dritte Piste des Flughafens Schwechat sei vor allem die Politik gefordert, zukünftig verbesserte rechtliche Rahmenbedingungen für die Genehmigung und den Ausbau von Industrieanlagen zu schaffen.

Im Gegenzug forderte Foglar aber auch für ArbeitnehmerInnen Sicherheit und Planbarkeit ein, einerseits in Bezug auf Beschäftigungsmöglichkeiten für über 50-Jährige, andererseits hinsichtlich der aktuellen Debatte um flexiblere Arbeitszeiten. Denn natürlich wünschen sich ArbeitnehmerInnen auch mehr Flexibilität, aber diese sicher nicht nur zu den Bedingungen ihrer ArbeitgeberInnen. Wer zum Beispiel Kinderbetreuungspflichten habe, stoße je nach Region und Kinderbetreuungsangebot schon einmal schnell an die Grenzen des Machbaren. Ebenso werde Zeit für Weiterbildung im Sinne von lebenslangem Lernen immer wichtiger.

Nur wenn Industrie und Wirtschaft mit den ArbeitnehmerInnen an einem Strang ziehen und gemeinsam für faire Arbeitsbedingungen sorgen, kann der Standort Österreich seine hohe Qualität erhalten und seine Wettbewerbsfähigkeit behaupten. Entscheidend dafür sind vor allem auch gut ausgebildete FacharbeiterInnen. „Gemeinsam können wir den Industriestandort nachhaltig weiterentwickeln“, appellierte Foglar und begrüßte das Bekenntnis und die Bereitschaft der Mitglieder der Bundessparte Industrie zur gelebten Sozialpartnerschaft.

Sigi Menz, Obmann der Bundessparte Industrie, brachte das Stimmungsbild in der Industrie auf den Punkt: „Die gemeinsame Devise muss lauten: Industriestandort statt ,Industrie stand dort‘. Wir anerkennen die gute Arbeit der Bundesregierung, wie etwa zuletzt den Beschluss der Verwaltungsreform im Umweltrecht, oder das Ringen um eine vertretbare Lösung in der Frage der deutsch-österreichischen Strompreiszone. Wir bleiben aber konsequent am Drücker, was die Dauer und die Struktur von Genehmigungsverfahren betrifft – hier sind rasch Verbesserungen nötig.“

Das BVwG-Urteil hat gezeigt, welch hohe Bedeutung einer fairen gesetzlichen Interessenabwägung zukommt. Es darf hier zu keiner ungerechtfertigten Präjudizwirkung auf andere Projekte kommen. Umweltpolitik ist Industriepolitik und gleichzeitig Standortpolitik – und dasselbe gilt für das Thema Energie: sowohl die integrierte Energie- und Klimastrategie als auch die geplante Reform der Ökostromförderung bieten gute Gelegenheit, ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Interessen gesamthaft und positiv im Hinblick auf das zukünftige Investitionsklima am Standort Österreich und die Wettbewerbsfähigkeit seiner Unternehmen zu bewerten. Wenn das erfolgt, kann die Industrie ihre Investitionskraft unter Beweis stellen."

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