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Equal Pay Day: Frauen müssen wissen, wieviel Männer verdienen

Lohntransparenzgesetz ist eine Frage der Gerechtigkeit

Frauen werden immer noch schlechter bezahlt als Männer - dieses Jahr um 21,7 Prozent. Das bedeutet, dass sie ab morgen bis zum Jahresende gratis arbeiten. „Frauen leisten tagtäglich tolle Arbeit und verdienen die gleichen Löhne wie Männer“, betont Renate Anderl, ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende, anlässlich des morgigen Equal Pay Day. Die ÖGB-Frauen protestieren unter dem Motto „Wenn es ein Mädchen wird, nennen wir es Einkommensunterschied“ gegen die noch immer vorherrschende Lohnsituation von Frauen.

Offenlegung der Gehälter verhilft Frauen zu ihrem Recht

Ein Zehn-Jahres-Vergleich zeigt, Frauen bekommen heute zwar mehr für ihre Arbeit bezahlt, aber die Einkommensschere schließt sich zu langsam. Anderl fordert ein Lohntransparenzgesetz: „Die Gehaltsunterschiede haben sich in den vergangenen Jahren nur minimal verändert. Viele Frauen wissen gar nicht, dass ihr Kollege mehr verdient als sie. Und solange sie das nicht wissen, können sie sich gegen diese Diskriminierung auch nicht wehren und ihr Recht durchsetzen. Eine innerbetriebliche Offenlegung der Gehälter hilft nicht nur Frauen, sondern ist auch eine Frage der Fairness.“

Verpflichtende Einkommensberichte, die Frauenquote im Aufsichtsrat ab 2017 und der Mindestlohn von 1.500 Euro sind aus Sicht der ÖGB-Frauen erste Schritte, die zu mehr Geschlechtergerechtigkeit führen. Es braucht aber viel mehr Anstrengungen, um die Lage der Frauen zu verbessern, wie etwa verpflichtende Frauenförderung in großen Betrieben und einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro brutto. Ebenso muss vor allem am Land der Ausbau von ganztägigen Kinderbildungseinrichtungen vorangetrieben werden. „Es ist höchste Zeit, dass alle Eltern, von Wien, St. Pölten über Wels bis hin zu Bregenz, die gleichen Voraussetzungen vorfinden, um arbeiten gehen zu können. Dazu gehören auch Öffnungszeiten, die auch eine Vollzeiterwerbstätigkeit ermöglichen“, so Anderl abschließend.

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