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Entlarven von UnternehmerInnenlügen

Vorsicht geboten!

Im Zuge von Krisensituationen sprechen UnternehmerInnen oder ManagerInnen sehr gerne davon, dass die angespannte Situation nur momentan vorherrscht und es in naher Zukunft wieder besser wird. Dazu müßte aber jede/r im Unternehmen einen Teil zur Bewältigung der Krise beitragen und deshalb müssten die MitarbeiterInnen auf einen gewissen Teil des Lohnes bzw. Gehaltes verzichten.
Dies ist eine der größten Lügen! Ein Lohn bzw. Gehaltsverzicht hat noch nie ein Unternehmen gerettet. Es gibt in Österreich genügend Beispiele dafür. Kommt es zu einer Insolvenz des Unternehmens, verringert ein etwaiger Lohn bzw. Gehaltsverzicht die Beendigungsansprüche. Auch die Pensionsansprüche sinken.

Eine weitere sehr beliebte Drohung von ManagerInnen und UnternehmerInnen ist die örtliche Verlagerung des Unternehmens. Hier wird versucht den Betriebsrat unter Druck zu setzen. Sie versuchen durch Angstmache vor ev. Auslagerungen auf andere billigere Standorte, die MitarbeiterInnen auf ihre Seite zu ziehen, um damit den Betriebrat zu schwächen. Es ist sehr schwierig und erfordert viel Arbeit, die Belegschaft wieder hinter sich zu vereinen. Wichtig ist, die ArbeitnehmerInnen immer am Laufenden zu halten und regelmäßig zu informieren.

ManagerInnen in größeren Konzernen, begründen sehr oft, dass die Entscheidungen vom Headquarter getroffen wurden und sie leider keine Möglichkeit haben, diese zu beeinflussen. Der Betriebsrat kann dem entgegnen, indem er fordert, dass die ManagerInnen welche die Entscheidungen getroffen haben auch als Gesprächspartner zur Verfügung stehen.
Als Betriebsrat verhandelt man nur mit Entscheidungsträgern und nicht mit Boten!

Höchste Vorsicht ist geboten wenn ManagerInnen davon reden, dass alle in einem Boot sitzen und die Lohn bzw. Gehaltszahlungen oder Sonderzahlungen diesmal leider etwas verspätet kommen. Sie versuchen damit die Betriebsräte mit fadenscheinigen Argumenten davon zu überzeugen, dass sie gegenüber der Belegschaft die Meinung der Geschäftsführung vertreten. Werden Zahlungen an die Belegschaft verspätet geleistet, besteht akuter Handlungsbedarf! In solchen Situationen ist es wichtig, sich sofort an die jeweilige Gewerkschaft zu wenden um Nachteile für die ArbeitnehmerInnen zu verhindern.

Zusammenfassung:

Bei Verhandlungen mit der Geschäftsführung oder den Eigentümern über Nachteile für die ArbeitnehmerInnen ist höchste Vorsicht geboten. Sehr oft wird versucht die MitarbeiterInnen für "Alles" verantwortlich zu machen und sie dafür bezahlen zu lassen. Der Betriebsrat muss es schaffen, dass die Belegschaft hinter ihm steht und gewerkschaftlich organisiert ist. Die Zeiten werden immer schwieriger und der Ton sehr oft rauher. Es ist oft nur mehr mit Druck möglich, Besserungen für die ArbeitnehmerInnen zu erreichen.

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