Ist Mitgliederwerbung Manipulation?
Manchmal hören wir den Vorwurf: "Mitgliederwerbung ist Manipulation". Im Duden wird Manipulation als absichtliche Umfälschung von Informationen beschrieben. Es wird demnach davon ausgegangen, dass der Manipulator die Täuschung bewusst vornimmt.
Uns geht es aber nicht um Manipulation, sondern wir wollen Menschen beeinflussen.
Beeinflussung ist nicht von vornherein etwas Schlechtes. Es ist weniger eine scharfe Waffe, als ein Prozess. Und zwar genau der Prozess, der praktisch aller sinnvollen sozialen Kommunikation zu Grunde liegt.
Dass Kinderarbeit heute geächtet ist, hatte ebenfalls mit Beeinflussung zu tun. Sie war auch bei uns einmal ganz normal.
Dient nicht Kommunikation letzten Endes immer nur dazu, entweder Informationen zu erbitten, die uns in irgendeiner Weise verändern können, oder Botschaften auszusenden, von denen wir hoffen, dass sie andere verändern?
Dass man heute MitarbeiterIn und nicht mehr Lohnsklave oder Lohnsklavin sagt, hat manipulative Zwecke. Die begriffliche Wertschätzung ist zweifelsohne eine andere.
Ein weiteres Faktum ist, dass die, die uns manipulieren, uns mit unserer so genannten "Systemüberlastung" austricksen. Es kommen mehr Reize an, als wir verarbeiten können. Tausende Informationen konkurrieren in jedem Augenblick um unsere Aufmerksamkeit. Heute ist diese Last größer als jemals zuvor.
Der Forscher Lawrence Shainberg schreibt in seiner veröffentlichten Studie, dass die renommierte Zeitschrift "New York Times" in einer Woche mehr Informationen liefert, als ein Mensch im 16. Jahrhundert in seinem ganzen Leben zu verdauen hatte.
Mit einer groß angelegten Werbekampagne ist es also nicht getan. Wir selber sind die Gewerkschaft und sollten das auch transportieren.
Um mit der Flut an Informationen fertig zu werden, vereinfachen wir. Nur die allerwichtigsten Informationen werden verarbeitet. Einzelheiten blenden wir aus. Dieser Prozess ist natürlich höchst unvollkommen. Manchmal schaufeln wir unser Bewusstsein mit unnötigen Informationen zu, während wir die wirklich wichtigen missachten. Häufig verwechseln wir die gegenwärtige Situation mit einer ganz anderen aus der Vergangenheit. Aber auf die eine oder andere Weise vereinfachen wir.
Nehmen wir uns für das Mitgliederwerbegespräch Zeit und schaffen eine angenehme Atmosphäre, senden wir ein Signal. Das Signal lautet: Wir nehmen uns Zeit für dich!
Der Psychologe George Kelly hat es, so glauben wir, sehr gut ausgedrückt: "Der Mensch blickt durch transparente Muster oder Schablonen, die er selbst erschafft, auf seine Welt und versucht dann die Realitäten, aus denen er die Welt zusammengesetzt hat, an sie anzupassen."
Die Deckungsgleichheit lässt hier oft zu wünschen übrig, aber selbst eine schlechte Schablone hilft mehr, als gar keine.
1: Betriebsrat
2: Jugendvertrauensrat
3: Behinderten-Vertrauensperson
4: Sicherheits-Vertrauenspersonen
5: Personalvertretung
6: Zentralbetriebsrat
7: KonzernvertreterInnen
8: EU Betriebsrat
9: Weiterbildung
10: Serviceangebot
11: Oft gefragt
12: Ein Team
13: AnsprechpartnerInnen
14: Das Abenteuer beginnt
15: Warum werbe ich?
16: Mit unserer Angst umgehen
17: Das beste Werbeargument bist immer noch DU
18:
19: Wie tickt ein Noch-Nicht-Mitglied?
20: Bevor es beginnt: Der erste Eindruck zählt
21: Warum brauchen wir Gewerkschaften?
22: Der Vergleich macht sicher...
23: Story, Story, Story
24: Sprachliche Sünden, die wir vermeiden
25: Die Entscheidung herbeiführen
26: Sich belohnen ist erlaubt
27: Wofür Ist Das Eine Gelegenheit
28: Jetzt geht's los