„Antifaschismus ist nicht verhandelbar”

Vor 76 Jahren wurde das KZ Auschwitz-Birkenau befreit – die Gefahr ist aber auch heute noch nicht vorbei

Vor 76 Jahren, am 27. Jänner 1945, befreien russische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Allein dort ermordete das Terror-Regime der Nationalsozialisten weit mehr als eine Million Menschen. Insgesamt wurden mehr als sechs Millionen Menschen bestialisch von den Nazis getötet. „Sie alle waren Nachbarinnen und Nachbarn, Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, Freundinnen und Freunde”, erinnert Willi Mernyi, Leitender Sekretär des ÖGB. Am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts wird ihrer gedacht. „Wir dürfen niemals vergessen. Wir sind es den Opfern des Nazi-Terrors schuldig, die Erinnerung am Leben zu halten”, fordert Mernyi.

„Wir dürfen niemals vergessen. Wir sind es den Opfern des Nazi-Terrors schuldig, die Erinnerung am Leben zu halten.“ Willi Mernyi, Leitender Sekretär des ÖGB


Der Nationalsozialismus habe damals in einer schwierigen Zeit einen fruchtbaren Boden gefunden und darauf eine beispiellose Schreckensherrschaft errichtet. „Wir sollten aus unserer eigenen Geschichte gelernt haben, dass schon ein kleiner Funken für einen gewaltigen Brand sorgen kann”, erklärt Mernyi.  
 

Die Gefahr ist heute brandaktuell

Denn die Gefahr ist noch immer da: „Auch heute wird versucht, die Ängste der Menschen auszunützen und unsere Gesellschaft mit Lügen, Hass und Rassismus zu spalten. Wir müssen entschieden gegen diese gefährlichen Hetzer auftreten. Wir haben die Pflicht, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um jede Form von Hass im Keim zu ersticken und diesen widerwärtigen und menschenverachtenden Tendenzen keinen Raum in unserer Gesellschaft zu lassen”, stellt der Leitende ÖGB-Sekretär anlässlich des Holcoaust-Gedenktages klar. Die dunkelsten Tage unserer Geschichte seien nicht so weit entfernt, wie man es sich wünschen würde.  
 

GewerkschafterInnen bezahlten ihre Überzeugung mit dem Tod

Unter den Opfern des Nationalsozialismus waren auch unzählige GewerkschafterInnen. Die Haltung und die Werte, die sie mit ihrem Leben verteidigt hatten, gelten unverändert bis heute. Der antifaschistische Grundkonsens sei eine zentrale Säule der Gewerkschaftsbewegung, erklärt Willi Mernyi.

„Der Antifaschismus ist eine nicht verhandelbare Grundhaltung, für die man auch bereit sein muss zu kämpfen.“ Willi Mernyi, Leitender Sekretär des ÖGB


„In einer Gesellschaft, die den Kompromiss hochhält, ist der Antifaschismus eine nicht verhandelbare Grundhaltung, für die man auch bereit sein muss zu kämpfen. Denn die Opfer des Hasses sind selten jene, die sich wehren können”, hält Mernyi fest.
 

Grundsatzprogramm des ÖGB

Verankert ist das auch im aktuellen Grundsatzprogramm des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. (LINK) Unter anderem heißt es dort:
 

Der ÖGB will eine pluralistische Gesellschaft, in der die ArbeitnehmerInnen einen besonderen Stellenwert haben, in der Friede, Demokratie, soziale Gerechtigkeit sowie Chancengerechtigkeit und Gleichbehandlung der Geschlechter herrschen. Der ÖGB kämpft für eine Gesellschaft, in der Faschismus und Rassismus keinen Platz haben.

Rechtspopulistische, rassistische und rechtsextreme Kräfte in Europa und in Österreich treten immer selbstbewusster und aggressiver auf. Der Kampf gegen Extremismus und Rechtspopulismus verlangt Zivilcourage, ein entschiedenes Auftreten dagegen und eine konsequente und frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema.  

Wer Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dauerhaft das Wasser abgraben will, muss die Demokratie als gesellschaftliches Leitbild offensiv vertreten und stärken. Dazu gehört vor allem das klare Bekenntnis zu einer vielfältigen Gesellschaft, in der alle Menschen unabhängig von Religion, Geschlecht, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung, Alter oder Behinderung gleichberechtigt sind.
ÖGB-Grundsatzprogramm 2018-2023

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