Diese Regeln gelten im Homeoffice

Verhandlungen über Verbesserungen im Finale

Der Einsatz der Sozialpartner sorgt für bessere Bedingungen im Homeoffice.
Der Einsatz der Sozialpartner sorgt für bessere Bedingungen im Homeoffice.

Spätestens seit Beginn des zweiten Lockdowns ist Homeoffice bei vielen wieder an der Tagesordnung. Nur weil man nicht an seinem gewohnten Arbeitsplatz ist, heißt das aber nicht, dass es keine klaren Regeln gibt. Das Arbeitsrecht gilt und daran müssen sich du und dein Arbeitgeber halten. Wir haben für dich die wichtigsten zusammengefasst. 

Kann mich mein Arbeitgeber zwingen, im Homeoffice zu arbeiten? 

Nein. Homeoffice ist in Österreich Vereinbarungssache. Das heißt: Weder der Arbeitgeber noch man selbst kann einfach selbst entscheiden, von zu Hause aus zu arbeiten. Beide Seiten müssen zustimmen. Auch in Zeiten von Corona. 

Habe ich ein Recht auf Homeoffice? 

Nein. Wie im Punkt davor bereits gesagt: ArbeitnehmerIn und Arbeitgeber müssen sich gemeinsam darauf verständigen, dass Homeoffice möglich ist.  

Welche Arbeitszeiten gelten im Homeoffice – muss ich immer erreichbar sein? 

Es gelten die gleichen Arbeitszeiten wie im Büro. Und Arbeitszeiten müssen immer irgendwo geregelt sein: Etwa in einer Betriebsvereinbarung oder individuell. Sehr wohl gelten im Homeoffice auch vereinbarte Mehr- oder Überstunden.  

Ein Tipp: Schreib dir täglich auf, wann und wie viele Stunden du gearbeitet hast.  

Und nein – du musst nicht immer erreichbar sein. Wie erwähnt gelten für dich gleichen Arbeitszeiten wie im Büro. 

Bin ich versichert, wenn ich einen Unfall im Homeoffice habe? 

Ja, es gibt einen Versicherungsschutz im Homeoffice. Damit gelten Unfälle, die sich im Homeoffice im Zusammenhang mit Ihrer Beschäftigung ereignen, als Arbeitsunfälle. 

Muss ich im Homeoffice meine eigenen Geräte und Büromaterialien verwenden? 

Nein. Der Arbeitgeber muss dir die nötigen Arbeitsmittel zur Verfügung stellen

Wenn ich im Homeoffice krank bin, kann der Arbeitgeber von mir verlangen, berufliche Tätigkeiten zu erledigen? 

Nein. Ein Krankenstand bleibt auch im Homeoffice ein Grund, nicht zu arbeiten. 

Wer zahlt mein Wlan oder meinen Strom, den ich im Homeoffice zusätzlich brauche? 

Kosten, die durch das Homeoffice zusätzlich anfallen (z.B. Telefon- und Internetkosten), muss grundsätzlich der Arbeitgeber ersetzen. Im Idealfall einigen sich beide Seiten auf einen pauschalen Aufwandsersatz

ÖGB fordert Entlastungen

Gewerkschaften und Arbeiterkammer fordern Neuregelungen, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Homeoffice zu entlasten. Thema der laufenden Verhandlungen mit den VertreterInnen der Arbeitgeber sind sowohl Verbesserungen beim Aufwandsersatz als auch Änderungen im Rahmenrecht und mehr Mitbestimmung.

Neuregelung vor Weihnachten?

Am 11.12. haben die PräsidentInnen der Sozialpartner und der Industriellenvereinigung Arbeitsministerin Christine Aschbacher über die Fortschritte bei diesen Gesrächen zu den zukünftigen Rahmenbedinungen für Homeoffice informiert. In wesentlichen Bereichen konnten Annäherungen erzielt werden. Die Verhandlungen sollen vor Weihnachten abgeschlossen werden. 

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