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Mehr Geld, mehr Plätze, mehr Personal

Baustelle Kindergarten: Was PädagogInnen die Arbeit erschwert, was Eltern wollen und wie die Politik unterstützen muss

Ob Krippe oder Kindergarten – Bildung fängt lange vor der Schule an. In diesen frühen Jahren werden die ersten wesentlichen Grundlagen für die Entwicklung und für die Zukunftschancen jedes Kindes gelegt. Doch auch wenn die Rolle von den ersten Bildungseinrichtungen für die spätere Entwicklung heute weitgehend unbestritten ist, gibt es in der Elementarbildung eine Reihe von Problemfeldern, die alle Beteiligten vor große Herausforderungen stellen. Unter anderem geht es hier um:

  • schwere Arbeitsbedingungen: Die Gruppengrößen mit bis zu 25 Kindern sind für die Beschäftigten eine Herausforderung und die Bezahlung ist in vielen Bereichen der Elementarpädagogik eher schlecht.

  • zu wenige Kinderbildungsplätze, die eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen. Vor allem am Land ist das ein großes Problem, auch in den Städten bleibt Wien das einzige Vorzeigebeispiel.
     
  • unsere Kinder, für die die beste Qualität der Kinderbetreuung gerade gut genug ist.

Derzeit kommen bis zu 25 Kinder auf eine PädagogIn. Das führt zu viel Stress. Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin

„Mütter und Väter müssen sich sicher sein können, dass es ihren Kleinsten gut geht und sie auch pädagogisch bestens betreut werden“, betont Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende. Dafür brauche es geeignete Rahmenbedingungen, wie etwa ausreichend Platz, kleine Gruppengrößen und ausreichend Personal. Derzeit kommen in einer Kinderbildungseinrichtung bis zu 25 Kinder auf eine Pädagogin/einen Pädagogen. „Das führt zu viel Stress bei den Beschäftigten und erschwert eine qualitativ pädagogisch wertvolle Bildung der Kinder“, so Schumann. Zusätzlich zu mehr Personal braucht es eine Ausbildungsoffensive und eine bessere Bezahlung der Beschäftigten, von denen der Großteil weiblich ist. 

Mehr Geld für Kinderbildung notwendig

Aktuell werden in Österreich 0,67 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Kinderbildung aufgewendet. Diese Bundesmittel sind wichtig, aber nicht ausreichend. Daher fordern die ÖGB-Frauen eine Erhöhung auf europäischen Schnitt – nämlich 1 Prozent des BIP. „Das wären 1,2 Milliarden jährlich mehr, die für eine Verbesserung der Kinderbildung zur Verfügung stehen würden“, sagt die ÖGB-Vizepräsidentin und fordert die neue Regierung auf hier zu handeln, denn: „Investitionen in Kinderbildung sind Investitionen in unser aller Zukunft. Das muss es uns als Gesellschaft und Staat wert sein.“

Kinder dürfen kein Nachteil sein,Vollzeitbeschäftigung muss möglich sein

Die türkis-grüne Regierung kündigt in ihrem Regierungsprogramm einen flächendeckenden, qualitätsvollen Ausbau von elementaren Bildungsplätzen an. Zwar fehlen konkrete Ziel- und Zeitvorgabe, aber zumindest die grundsätzliche Finanzierungszusage ist positiv zu sehen. Aber es braucht aus Sicht der ÖGB-Frauen mehr: „Kinderbildung und -betreuung darf keine Frage des Geldes sein – denn jedes Kind ist gleich viel wert. Deshalb muss die Kinderbildung für alle kostenlos sein.“

Frauen sollen frei entscheiden können, wie viele Stunden sie arbeiten wollen. Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende

Ein Rechtsanspruch auf einen beitragsfreien Kinderbildungsplatz ab dem 1. Lebensjahr wäre nicht nur ein großer Schritt auf dem Weg zur echten Chancengleichheit, sondern würde eine echte Wahlfreiheit für Frauen schaffen. „So könnten Frauen selbst entscheiden, wie viele Stunden sie arbeiten und wie viele sie zuhause bei ihrer Familie verbringen wollen“, erklärt die ÖGB-Vizepräsidentin. Derzeit arbeiten rund 50 Prozent aller Frauen in Teilzeit, viele von ihnen nicht freiwillig, sondern weil die Öffnungszeiten (bzw. auch Schließtage) der Einrichtungen nichts anderes zulassen.   

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