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Keine Einigung bei KV – Arbeitgeber bieten nur ein Prozent mehr Lohn

PRO-GE: Preiskampf im Handel soll auf ArbeiterInnen abgewälzt werden

Nach zwölf Stunden wurde am 16. Juli die zweite Kollektivvertragsrunde für die rund 13.000 ArbeiterInnen der Fleischwarenindustrie und des Fleischergewerbes ohne Ergebnis abgebrochen. Die Gewerkschaft PRO-GE kritisiert die Arbeitgeberverhandler der Fleischwirtschaft scharf. „Trotz intensiven Bemühungen stehen wir wieder am Anfang. Das Arbeitgeberangebot ist nicht akzeptabel. Anscheinend soll über die Arbeiterinnen und Arbeiter der Fleischwirtschaft den Preiskampf im Handel finanziert werden“, sagt der für die ArbeitnehmerInnen verhandelnde Gewerkschafter Erwin Kinslechner und betont weiter, dass die angebotene Lohnerhöhung von ein Prozent nicht einmal die Inflationsrate abdeckt: „Die Beschäftigten sorgen täglich für 100 Prozent Lebensmittelsicherheit und sollen dafür ein Prozent mehr Lohn erhalten? Es fehlt jegliche Wertschätzung für die Beschäftigten. Das ist ein Skandal!“

Seit 1. Juli sollte der neue Kollektivvertrag bereits gelten. Nach zwei Verhandlungsrunden sind die Fronten aber verhärtet. Während die Arbeitgeber gerade einmal ein Prozent mehr Lohn anbieten, fordern die Verhandler auf ArbeitnehmerInnenseite vier Prozent. Zudem fordert die PRO-GE kollektivvertragliche Sicherheit, dass Umkleidezeiten als Arbeitszeit gelten, die Einführung von bezahlten Pausen und höhere Zulagen bei langen Arbeitszeiten. All dies wird von der Arbeitgeberseite bislang strikt abgelehnt, sogar die finanzielle Unterstützung von Lehrlingen für Fahrten zur Berufsschule wird verweigert.

Ebenso legen sich die Arbeitgeber quer, wenn es um Maßnahmen geht, die harten Arbeitsbedingungen etwa im Kältebereich abzufedern. „Für alle Verbesserungen für die Beschäftigten kam bisher ein klares Nein von den Arbeitgebern. Das ist für sozialpartnerschaftliche Verhandlungen deutlich zu wenig und nicht zielführend“, ärgert sich Kinslechner und fordert mehr Bewegung auf Arbeitgeberseite.

Die nächste Verhandlung findet 25. Juli statt. Sollte es erneut keine Einigung geben, planen PRO-GE und BetriebsrätInnen erste Informationsveranstaltungen in und vor den Betrieben. Der niedrigste Mindestlohn liegt im Fleischergewerbe bei 1.400 Euro. In der Fleischwarenindustrie sind es 1.500 Euro.
 

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