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Große Betriebe kommen gut durch die Krise

AK-Umfrage zeigt: In Betrieben mit Betriebsrat konnten flexible Lösungen rasch umgesetzt werden

Positive Nachrichten sind seit Beginn der Coronakrise selten geworden. Umso erstaunlicher ist eine Umfrage der Arbeiterkammer unter rund 500 BetriebsrätInnen in großen Kapitalgesellschaften. Dort haben Betriebsräte durch ihre Funktion als Aufsichtsräte einen guten Einblick in die Geschäfte.  

Fazit: Große Betriebe kommen besser durch die Krise als kleine und mittlere Unternehmen. „Jedenfalls für die ersten Wochen haben diese Unternehmen eine bessere Startvoraussetzung“, sagt Heinz Leitsmüller, Autor der Studie. Das liege vor allem an den Liquiditätsreserven, die sich große Unternehmen in den vergangenen Jahren ansparen konnten. Es hänge aber von der Dauer ab, wie lange die Umsatzeinbrüche noch wirken werden. „Je länger das dauert, desto mehr wird es auch die großen Unternehmen treffen.“ 

Kurzarbeit schützt vor Kündigung 

Drei Viertel der Befragten meinen, dass eine gute Liquidität vorhanden ist. Diese werde auch nicht an die Firmenteilhaber ausgeschüttet. Die Hälfte der Unternehmer ist laut Umfrage bereit, auf Dividenden zu verzichten. Positiv sei weiters, dass Kündigungen bisher hintangestellt werden konnten. Der Anteil der Betriebe, die MitarbeiterInnen gekündigt haben, liegt bei unter 10 Prozent. Die meisten hätten stattdessen gemeinsam in Absprache mit dem Betriebsrat Kurzarbeit eingeführt. Das könne als Erfolg der Sozialpartnerschaft bewertet werden. 

Home Office wird gut angenommen, ist aber anstrengender 

Laut Umfrage hat etwa jedes vierte Unternehmen sogar mehr als 75 Prozent ihrer Belegschaft ins Home Office geschickt. Die BetriebsrätInnen bewerten die Erfahrungen mehrheitlich positiv. Herausgestellt hat sich aber, dass Arbeiten von zuhause aus nicht zuletzt wegen des Koordinationsaufwands anstrengender ist. Fast jede/r Zweite leidet außerdem unter Vereinsamung und Verunsicherung. Gut funktioniert hingegen der Kontakt mit der Führungsebene, viele sehen hier jetzt auch neue Digitalisierungschancen und Möglichkeiten für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Mit Betriebsrat bessere Lösungen 

Nicht nur die überbetriebliche Sozialpartnerschaft, sondern auch die betriebliche Mitbestimmung durch den Betriebsrat funktioniert in der Krise besonders gut. So konnten viele Beschäftige in einem aufrechten Dienstverhältnis gehalten werden oder schnelle und flexible Lösungen durch Home Office oder Gesundheitsschutzmaßnahmen gefunden werden. Das zeigt, dass sozialpartnerschaftliche Lösungen enorme Vorteile sowohl für die Unternehmen als auch die Beschäftigten bringen. 

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