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Neue Umfrage: Mit BetriebsrätInnen besser durch die Krise

Auch Kurzarbeit wertvolles Mittel für Betriebe, um Corona-Pandemie zu meistern

Die Corona-Krise hat 2020 die heimische Arbeitswelt schwer erschüttert. Auf eines war jedoch Verlass: BetriebsrätInnen, die mit ganzer Kraft für ihre KollegInnen im Einsatz waren. Und es hat sich gezeigt: Betriebe und Unternehmen mit BetriebsrätInnen waren und sind in dieser Krisensituation eindeutig besser aufgestellt. Das ist eine der zentralen Aussagen einer neuen Studie unter dem Titel „Strukturwandelbarometer“ des Meinungsforschungsinstituts IFES im Auftrag von AK und ÖGB.

Über 1.800 BetriebsrätInnen haben an der Studie teilgenommen und berichtet, was ihre Unternehmen unternommen haben, um der Ausnahmesituation entgegenzuwirken, wie sie die Zukunft ihrer Betriebe einschätzen, und welche Probleme sie auf ihren Betrieb und ihre Tätigkeit als ArbeitnehmerInnenvertretung zukommen sehen. 

Kurzarbeit als Arbeitsplatz-Retterin 

Jedes zweite Unternehmen war sehr stark bzw. stark von der Krise betroffen. Eines zeigt sich jedoch ganz klar: Einschneidende Schritte wie Kündigungen konnten größtenteils vermieden werden. Laut den befragten BetriebsrätInnen mussten sich nur neun Prozent der Unternehmen von MitarbeiterInnen trennen. Dagegen wurde sehr stark auf die von den Sozialpartnern rasch und unbürokratisch verhandelte Kurzarbeit gesetzt: Bei 61 Prozent der Unternehmen ist sie zum Einsatz gekommen. 

„Unternehmen mit Betriebsrat sind bisher gut durch die Krise gekommen. Jetzt stehen sie aber vor großen Herausforderungen, die sich nur gemeinsam und auf Augenhöhe bewältigen lassen.“ Willi Mernyi, Leitender Sekretär im ÖGB

Kaum Lohnkürzungen mit Betriebsrat  

Weitere Top-Maßnahmen in der Krise waren Homeoffice und Abbau von Urlaub oder Gutstunden. Erfreulicherweise konnten dank des Einsatzes der BetriebsrätInnen Lohn- oder Arbeitszeitkürzungen ebenso großflächig vermieden werden (nur bei sieben Prozent gab es Kürzungen). Das Know-how und die Unterstützung der BetriebsrätInnen sind auch in der Krise gefragt: Acht von zehn sagen, dass sie gut in die Entscheidungen zu den COVID19-Maßnahmen eingebunden waren. Für den Leitenden Sekretär im ÖGB, Willi Mernyi, zeigen die Daten ganz klar, dass „Unternehmen mit Betriebsrat bisher gut durch die Krise gekommen sind. Jetzt stehen sie aber vor großen Herausforderungen, die sich nur gemeinsam und auf Augenhöhe bewältigen lassen“. 

„Die Umfrage beweist, dass betriebliche Sozialpartnerschaft gerade in schweren Zeiten bestens funktioniert.“ Willi Mernyi, Leitender Sekretär im ÖGB

Kein Ende der schweren Zeiten in Sicht   

Dass die Krise uns noch weiter begleiten wird, steht für die Befragten außer Zweifel: Bei jeweils rund einem Drittel der Umfrage-TeilnehmerInnen werden aktuell Einsparungsprogramme umgesetzt bzw. Umstrukturierungen vorgenommen. Viele rechnen auch damit, dass Weiterbildungen für MitarbeiterInnen oder Nach- und Neubesetzungen auf die lange Bank geschoben werden. „Gerade angesichts dieser Befürchtungen ist es umso wichtiger, dass die Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung weiterhin bestens funktioniert“, so Mernyi.  

Neue Arbeitsplätze schaffen und Beschäftigte bestmöglich zu schützen und zu unterstützen, müssen weiterhin oberste Ziele bleiben. Ziele erreicht man am besten gemeinsam. „Die Umfrage beweist, dass betriebliche Sozialpartnerschaft gerade in schweren Zeiten bestens funktioniert. Daher ist die Bundesregierung gut beraten, die Sozialpartner einzubinden. Wir sind jederzeit bereit, unser Know-how einzubringen“, appelliert Mernyi gemeinsam mit AK-Direktor Christoph Klein. 

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