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Warum werbe ich?

Wir haben mit BetriebsrätInnen, JugendvertrauensrätInnen und hauptberuflichen GewerkschaftssekretärInnen bei Veranstaltungen, Konferenzen und Seminaren Gründe, warum sie Mitglieder für die österreichische Gewerkschaftsbewegung werben, diskutiert. Hier ihre übereinstimmenden Hauptmotive:

1. politische Überzeugung
Wir werben, weil wir der politischen Überzeugung sind, dass Gewerkschaften ein wesentliches Element der Demokratie sind. Wir sehen Gewerkschaften als eine Organisation im Kampf für Gerechtigkeit, Solidarität, Frieden und Freiheit. Gegen Faschismus, Ausgrenzung, Intoleranz und soziale Ungerechtigkeit.

2. aus interessenspolitischen Gründen
Wir werben, weil wir der Überzeugung sind, dass wir unsere Interessen um so besser umsetzen können, je mehr wir sind. Je stärker die Organisation ist, umso stärker können wir uns für die berechtigten Anliegen der ArbeitnehmerInnen einsetzen. Oder wie es der Vorsitzende der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung, Erich Foglar, formuliert: "Je mehr wir sind, umso stärker sind wir bei den KV-Verhandlungen und umso mehr bleibt, jeder und jedem Einzelnen im Börserl."

3. der persönliche Erfolg
Etwas salopp formuliert könnte man sagen: weil es ein unglaublich tolles Gefühl ist, nach einem erfolgreichen Mitgliederwerbegespräch zuzusehen, wie meine Gesprächspartnerin oder mein Gesprächspartner die Mitgliedsanmeldung unterschreibt. Die Unterschrift unter die Mitgliedsanmeldung ist nicht nur eine Bestätigung meiner Überzeugungsarbeit. Sie ist - und so ehrlich sollten wir, nein, müssen wir zu uns sein - auch eine Bestätigung unserer Argumentation und natürlich auch der eigenen Person. Erfolgreiche  Mitgliederwerbung stärkt mein Selbstbewusstsein!

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in der Mitgliederwerbung ist wohl die eigene Motivation:
Denn bekanntlich lässt sich in anderen ja nur entfachen, was in einem selbst glüht!

Wollen wir überzeugte BotschafterInnen der Gewerkschaftsbewegung sein, müssen wir selbst überzeugt sein. Wir müssen uns auf den Sinn der Bewegung einlassen. WIR sind die Gewerkschaftsbewegung und ohne uns wäre die Arbeitswelt um vieles unmenschlicher!

Es sind Werte und Glaubenssätze, die unserer Motivation bewusst oder unbewusst zugrunde liegen. Menschen setzen Fähigkeiten, die sie besitzen, nur dann ein, wenn ihre Werte und Glaubenssätze berührt werden. Werte bestimmen die Richtung unserer Wahrnehmung und die Richtung unseres Denkens. Sie sind Motivatoren, die unser Handeln bestimmen.

An manchen Arbeitsplätzen finden sich schön gerahmte Sinnsprüche mit Inhalten wie "Lehrjahre sind keine Herrenjahre", "Null Risiko bedeutet null Wachstum" - man nennt solche Aussagen Glaubenssätze. Viele von uns haben eine große Anzahl solcher innerer Sinnsprüche: "Man bekommt im Leben nichts geschenkt" oder "Nur wer sich bewegt spürt seine Fesseln". Es sind Überzeugungen, die wir für wahr halten und als Grundlage unseres alltäglichen Handelns anwenden. Sie sind Interpretationen und Verallgemeinerungen aus früheren Erfahrungen und individuelle Theorien, warum etwas so und nicht anders ist. Wir halten derartige Glaubenssätze in der Regel für so wahr, dass es schwer ist, sie zu widerlegen.

Der Kommunikationsexperte Robert Dilts erzählt die Geschichte eines Mannes,der glaubte, er wäre eine Leiche.

Sein Psychiater fragte, ob Leichen bluten.
Der Mann, der glaubte, er wäre eine Leiche, antwortet:
"Nein, das tun sie nicht."
Der Mann stimmte dann einem Experiment zu,
und der gute Arzt stach ihn sanft mit einer Nadel in den Finger.
Es bildete sich ein Tropfen Blut.
Der Mann schaute auf seinen blutenden Finger und antwortete erstaunt:
"Ich habe mich geirrt, Leichen bluten."

Glaubenssätze bestimmen, was wir wahrnehmen und denken. Sie bestimmen unsere Handlungen und damit gewissermaßen unsere Identität. Sie entstehen entweder durch Gewöhnung oder durch Prägung in emotionalen Situationen. Wesentlich ist dabei immer auch der Zusammenhang.

Der Satz "Lehnen Sie sich entspannt zurück" hat bei der Massage eine andere Wirkung als beim Zahnarzt. Und bekanntlich hat der Kursgewinn einer Aktie für einen Aktionär andere Auswirkungen als für die Beschäftigten des betreffenden Konzerns.

Die zentrale Frage lautet also: Welche Glaubenssätze habe ich, und wie dienen sie mir, meinem Ziel, ein Mitglied zu werben, näher zu kommen?

Ich fragte einmal einen Arbeitskollegen: "Was empfindest du als eine persönliche Niederlage?" Er sagte: "Im Sommer versuche ich jetzt schon zum dritten Mal einen Marathon zu laufen und ich weiß schon jetzt, es wird mir wieder nicht gelingen."

Er hatte Recht! Es war ein persönlicher Fehlschlag - aber nicht, weil es die letzten beiden Male nicht funktioniert hatte, sondern weil er sich schon vor dem dritten Mal die Zeit nahm, ein ungutes Gefühl zu entwickeln. Viele Leute benutzen ihre Vorstellungskraft ausschließlich dazu, Dinge zu entdecken, die ihnen ein schlechtes Gefühl vermitteln könnten, damit sie sich schon davor schlecht fühlen können.

Warum warten?

Wenn du sagst: "Das Mitgliederwerbegespräch wird mir nicht gelingen" oder "Diese Mitgliederwerbung kann ja nichts werden", wird dich dein Unterbewusstes beim Wort nehmen und dafür sorgen, dass dir die nötige Motivation, die nötigen Mittel oder Fähigkeiten fehlen.

Wir stellen voll Selbstvertrauen fest: "Die Macht meines Unterbewusstseins öffnet mir alle Tore und beschert mir viele Mitgliedsanmeldungen."

Die Einstellung zu einer Sache ist entscheidend,nicht die Sache selbst.
Katharina Eisenlöffel

Menschen, die an den Misserfolg glauben, fristen mit Sicherheit ein mittelmäßiges Dasein. Es sind Menschen, die, wenn sie Blumen riechen, nach einem Sarg Ausschau halten. Der Misserfolg ist etwas, das in den Gedanken von Menschen, die Großes erreichen, einfach nicht vorkommt. Sie halten sich nicht damit auf. Sie investieren keine unangenehmen Gefühle in etwas, das nicht funktioniert.

Der amerikanische Kommunikationsexperte Anthony Robbins bewertet unsere Anschauungen in seinem Buch "Das Power Prinzip" in folgender Reihenfolge:
Meinungen - Glaubenssätze - Überzeugungen.

"Du musst selbst ein oder besser gesagt, dein Leuchtturm im Meer der Unsicherheiten sein!" Wandle deine Denkgewohnheiten, und du änderst dein Schicksal!

Aber wie?

Es gilt, bewusste Kompetenz in unbewusste Kompetenz zu verwandeln.
Wir sagen oft, wir können etwas "wie im Schlaf". Erinnern wir uns an unsere ersten Versuche zurück, ein Auto in Bewegung zu setzen, schalten, kuppeln, Gas geben, blinken. Es waren schweißtreibende Minuten, die volle Konzentration erforderten. Wir mussten an alle Kleinigkeiten denken, die wir dann später automatisch - unbewusst - erledigen. Jetzt konzentriert sich unser Bewusstes auf die allgemeine Verkehrssituation, unser Unbewusstes entlastet unser Bewusstsein und erledigt den Rest.

Unser Unterbewusstsein ist 24 Stunden am Tag rastlos um unser Wohlergehen bemüht und legt uns die Früchte unserer Denkgewohnheiten in den Schoß. Dein Unterbewusstsein kennt die Lösung aller Probleme. Es gibt Menschen, die ihrem Unterbewussten vor dem Schlafengehen einbläuen: "Ich will um sechs Uhr morgens aufstehen", und das Unterbewusstsein weckt sie pünktlich um sechs Uhr. (Die Autoren besitzen diese Fähigkeit leider nicht.)

Wer sich darauf einlässt, wirkt von sich aus auf andere!

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