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Mit unserer Angst umgehen

Die Angst ist eine ständige und alte Begleiterin des Lebendigen. Angst ist allgegenwärtig - nicht nur bei der Mitgliederwerbung. Der Begriff Angst ist als Enge definiert. Angst ist eine Reaktion auf eine Bedrohung.

Lass deine Angst zuallererst einmal zu. Angst ist deine Freundin und signalisiert dir nur, du befindest dich noch auf unbekanntem Terrain.

In der Psychologie wird Angst so definiert: Ein eingehender Gefühlszustand oder Affekt. Diese Situation äußert sich mit Beklemmung (in der Brust oder Herzgegend lokalisiert), Bedrückung, oft auch quälender Verzweiflung. Dies wird hervorgerufen durch bloß vorgestellte, unbewusste Lebensbeeinträchtigung oder -bedrohung.

Angst weckt in dir Energien,
die dich wachsam für eventuelle Gefahren machen!

Wie jeder starke Effekt wird Angst auch von körperlichen Symptomen begleitet. Diese können sich durch Schweiß, erhöhte Pulsfrequenz, Zittern, gesteigerte Blasen- und Darmtätigkeit äußern.

Wehrt man sich gegen Angst, kann dies die Selbstkontrolle mindern oder gar aufheben. Damit wird klar: Angst ist der größte Feind der erfolgreichen MitgliederwerberInnen.
Wer kann schon werben mit nassen Händen und Beklemmungen in der Herz- und Magengegend?

Mit zittriger ängstlicher Stimme kann niemand werben. Hast du Angst vor deiner Angst, gelingt dir nichts. Vergessen wir nicht: zu Tode gefürchtet, ist auch gestorben. Ist deine Angst deine Freundin, hilft sie dir.

Im Wesentlichen erstreckt sich unsere Angst auf folgende Felder:

  • Angst, dem Noch-Nicht-Mitglied nicht gewachsen zu sein
  • Angst, die Leistungen der Gewerkschaftsbewegung nicht überzeugend zu präsentieren
  • Angst, die Einwände des Noch-Nicht-Mitglieds nicht entkräften zu können
  • Angst, dem Noch-Nicht-Mitglied rhetorisch nicht gewachsen zu sein

Nimm feuchter werdende Hände bewusst in Kauf. Akzeptiere deinen schnelleren Herzschlag. Registriere ganz bewusst jedes dieser Ereignisse deines Körpers. Sag zu dir selbst "aaah, da ist es ...ich kenne dieses Gefühl ja schon ..." Wenn du hier ein/e AnfängerIn bei der Mitgliederwerbung bist, dann steh zu dieser AnfängerInnenposition. Bekenne dich zu deinen Wissenslücken.

Schließlich ist es unser Ziel, zu überzeugen und nicht als "allwissende Müllhalde" in die Geschichte der Gewerkschaftsbewegung einzugehen. Man erwartet von uns Sachkompetenz, nicht Allwissenheit.

Wer überall seinen Senf dazugibt,
kommt schnell in den Verdacht,
ein Würstchen zu sein.

Allwissende werden meist auch als BesserwisserInnen wahrgenommen. BesserwisserInnen behandeln Mitmenschen meist von oben herab. Und wer möchte schon gerne von oben herab behandelt werden? Bei deinem ersten Versuch erzähle deinen GesprächspartnerInnen, dass du heute zum ersten Mal ein Mitgliederwerbegespräch führst. Erzähle auch, warum du das
tust: "Ich stehe hier, weil es mir nicht egal ist, wie unsere Interessen mit Füßen getreten werden!"

Befreie dich von der Last perfekt sein zu wollen. Sag deinen GesprächspartnerInnen und dir selbst die Wahrheit. Du kannst die Energie, die du zum Verbergen brauchst, besser nutzen. Menschen, die keine Fehler machen, werden von anderen nicht bewundert sondern eher abgelehnt. Wer allerdings über sich selbst und seine Fehler lachen kann, wirkt gleich viel sympathischer.

Ich weiß von mir, dass ich nicht perfekt bin. Aber wer ist das schon?
Welcher Meister und welche Meisterin ist schon vom Himmel gefallen?

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