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Der Vergleich macht sicher ...

Die Frage nach dem Preis macht VerkäuferInnen und WerberInnen gleichermaßen nervös. Muss es aber nicht! Die Frage zeigt ein grundsätzliches Interesse. Interessiert mich eine Sache gar nicht, interessiert mich auch ihr Preis nicht.
Die Angst vor der Frage nach dem Preis ist unbegründet. Sie stellt vielmehr einen ersten Etappensieg dar.

Die Frage, was eine Mitgliedschaft kosten darf, bringt interessante Erkenntnisse. Es führt auch uns selbst vor Augen, was eine Mitgliedschaft unseren potentiellen Mitgliedern wert wäre.

Dabei ist es nicht von Nöten zu übertreiben. Es reicht, unaufgeregt die Verdienste der Gewerkschaft klar zu machen oder die Frage zu stellen, wo wären wir ohne Gewerkschaften, um danach die Frage in den Raum zu stellen: Wie viel wäre dir das alles monatlich wert?

Oft ist es sehr klug, nicht nur die Höhe des Beitrages, sondern auch die Mitbestimmungsmöglichkeiten, die Stärke und den Einfluss der Gewerkschaftsbewegung etc. in einen Vergleich zu setzen.

Eine interessante Methode ist es, bei einer Frage, bei der es um ein Urteil geht, mit der Gegenfrage: "Verglichen womit?" zu antworten. Diese Frage zeugt von psychologischer Cleverness. Denn fast jeder Aspekt unseres Lebens, der eine Evaluierung verdient, ist relativ.

50.000 Euro sind viel zuviel Geld für eine Leberkässemmel, aber nicht genug für einen von nur 475 Stück im Jahr 1968 produzierten Oldtimer der US Marke Dodge Charger R/T mit einem original Hemi-Motor.

Bist du zufrieden mit deinem Leben? Bist du zufrieden mit deiner Partnerschaft?
Bist du zufrieden mit deiner Arbeit? Bist du zufrieden mit deinem Abendessen?

In den meisten Fällen, würde es auf Fragen dieser Art keine eindeutigen Antworten geben, ehe sie nicht mit der Frage: "Verglichen mit?" geprüft wurden. Bei einer Straßendiskussion wurde ein sehr eloquenter Mitdiskutant, der behauptet er verdient gut, gefragt, wie viel man verdienen muss, damit man "gut" verdient. Er überlegte kurz und gab folgende, sehr interessante Antwort: "Gut verdienen tue ich aus meiner Sicht, wenn ich 100 Euro mehr im Monat verdiene, als der Ehemann meiner Schwester."

SozialpsychologInnen nennen diesen Prozess "sozialer Vergleich". Es läuft also auf die Frage hinaus: "Verglichen womit?"

Es ist dieses Kontrastprinzip, das uns auf direktem Weg zurück zur klassischen Werbung bringt. Denn das grundlegende Ziel der Werbung ist, das eigene beworbene Produkt aus der Masse der anderen Produkte herauszuheben. Die direkteste Anwendung des Kontrastprinzips in der Werbung ist, wenn man es ganz offiziell als "Kontrastwerbung" oder als "vergleichende Werbung" bezeichnet.

Denken wir doch nur an Hartlauer: "Gesehen um …, bei …, in …"

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